Über mich selbst

Fremd bin ich allerorts

und deshalb – frei.


      Geboren am russisch-orthodoxen Heiligabend am Ufer der Donau. Jahr, Monat und Tag – das Los wollte es – sind ungerade Zahlen. Deshalb vielleicht zählt mich das Leben zu «Ungeraden». Mal zu Überflüssigen, mal zu Unangebrachten, mal zu Sonderlingen, doch nicht Reumütigen. Daher sicherlich meine globale Rastlosigkeit: geboren in Bessarabien, getauft in Georgien, die Lieblingsstädte – Moskau und Berlin, die etwas verspätete Passion – das Pirin-Gebirge. Dabei tue ich immer und überall ein und dasselbe und dies – ohne Pathos – mit Enthusiasmus. Freilich reißt mir zuweilen die Geduld. Scheisse ist eher eine psycho-philosophische Substanz denn eine biologische. Streng medizinische Begrifflichkeiten reichen da nicht aus. Also ist man genötigt, langwierig darin zu wühlen, um zu begreifen, aus was und wofür man erschaffen wurde. Ein aufsteigender Bogen, ein absteigender Bogen – jeder Windung der Spirale folgt ein Neubeginn. Bei allem Eklektizismus meines Charakters gibt es in diesem Kreisen keinen Gegenvektor. Denn es hat keinen Sinn, nach sich selber in Interieurs zu suchen, die deine eigene «Geschichte» bereits erlebt haben. Die Heimat ist nicht dort, wo du geboren bist, sondern dort, wo du sterben möchtest.

Wegmarken

1957 – geboren in Ismail.

1973 – Immatrikulation an der Fakultät für Journalistik der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität.

1978 – Verteidigung der Diplomarbeit zum Thema « Psychologismus in der Prosa von Andrej Bitow» unter der Mentorenschaft von G.A. Belaja.

1991 – das erste Buch : «Das Profil im zusammengeklebten Spiegel»

1996 – Roman «Die vier Leben der Heiligen Possekel», Verlag Berliner Debatte, Berlin.

2003 – Roman «Tbilissimo», Verlag O.G.I., Moskau.

2010 – Parabelnsammlung «Kafkasus», Zeitschrift «Tag und Nacht», Nr. 5.

2012 – Parabelnsammlung «Anabetschdi», Zeitschrift «Tag und Nacht», Nr.5.

2014 – Roman «Moskau montags», Zeitschrift «Tag und Nacht», Nr. 2.

Das wichtigste gelesene Buch – «Der Tod in Rom» von W. Koeppen.

Das wichtigste gesehen Film – «Antichrist» von L. von Trier.

Das wichtigste persönlich erlebte Ereignis – 11 September 2001 in New York.